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Wie die Österreicher über die Pension denken

04.08.2014 | 11:59 |   (Die Presse)

Arbeitsfreude statt Arbeitsleid: Wie ein Umdenken gelingen kann.

Seniors4success befasst sich seit Jahren mit der Lebensphase nach der aktiven Karriere. Gemeinsam mit Marketingagent.com führte Geschäftsführer Leopold Stieger eine Umfrage durch. Zuerst ein paar Zahlen:

  1. Als bester Pensionszeitpunkt wird für Männer 61 und für Frauen 59 angesehen. Das ist eine kleine Steigerung zu heute (58,8).
  2. 40,4% aller Österreicher sind für eine Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters, aber nur 18% für eine Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters.
  3. 59,9% sind mit den politischen Entscheidungsträgern in Hinblick auf das Pensions-system unzufrieden.
  4. Dazuverdienst soll vor dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter unbegrenzt frei sein, sagen 38,3%, weitere 20,3% wollen eine Grenze, die aber höher ist als heute.
  5. 32,9% der Österreicher und Österreicherinnen planen auch in der Pension weiter zu arbeiten - ob ehrenamtlich oder bezahlt. Derzeit arbeiten 33,8% in der Pension.
  6. 49% der Männer sind für eine Anhebung des Frauenpensionsalters, von den Frauen jedoch wollen dies nur 17,6%.

Stieger leitet daraus folgende Schlussfolgerungen ab:

  • Radikales Umdenken in Richtung Arbeitsfreude statt Arbeitsleid: Ein möglichst früher Pensionsantritt dürfe nicht länger als allein seligmachende Heil angesehen werden. Statt dessen müsste längeres Arbeiten im Alter (bezahlt oder ehrenamtlich) als Chance betrachtet werden.
  • Pensionssystem nachhaltig umstellen: Das österreichische Pensionssystem wäre mit zahlreichen Meriten verbunden. Ziel müsse es jedoch sein, dem Einzelnen beim individuellen Pensionsantritt zu gewähren wie möglich zu gewähren (etwa Anreizsysteme für einen sukzessiven statt schlagartigen Rückzug aus dem Erwerbsleben). Eine Anpassung der Lebensarbeitszeit an die steigende Lebenserwartung sei schon aus Finanzierungsgründen unabdingbar.
  • Arbeitgeber in die Pflicht nehmen: Ältere Arbeitnehmer dürften nicht länger als Kostenfaktor betrachtet werden. Die Arbeitnehmer sollten mit einem zwischen den Regierungsparteien diskutierten Bonus-Malus-System stärker in die Pflicht genommen werden.
  • Österreicher aus ihrer "Pensionsmentalität" wachrütteln: Am besten mit einer groß angelegten Kampagne zur Bewusstseinsbildung, so Stieger.

(Red.)

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