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Bild: Pixabay 

Recruiter sind auch nicht perfekt

16.08.2017 | 16:10 |  Michael Simmer (DiePresse.com)

Auch Personaler begehen Fehler im Vorstellungsgespräch. Nicht immer ist nur der Bewerber "schuld", wenn es mit der Einstellung nicht klappt.

Selbst der Recruiter muss sich auf ein Interview vorbereiten. Oft kommt es vor, dass er (aus welchen Gründen auch immer) keine Zeit findet, sich vor dem Termin über den Kandidaten zu informieren und erst während des eigentlichen Interviews die Bewerbungsunterlagen durchlesen kann. Die Konsequenz: Es entsteht kein sinnvoller Dialog. Der Personaler ist permanent abgelenkt und kann sich nicht auf die Antworten des Bewerbers konzentrieren. Was folgt, sind Missverständnisse oder falsche Vorstellungen über den Job von Seiten des Bewerbers.

Personaler sind oft zu stark auf fachliche Qualifikationen fixiert. Menschliche Werte und soziale Fähigkeiten sind oft nicht relevant oder werden im Bewerbungsgespräch nur sporadisch nachgefragt. Spätestens in der Probezeit kann sich das als schwerer Fehler herausstellen. Fundiertes Fachwissen bringt das Unternehmen langfristig nicht weiter, wenn der Kandidat sich nicht mit der Tätigkeit identifizieren kann und bei den Kollegen einfach nicht gut "ankommt".

Dialog statt Monolog

Ein weiterer Grund ist oft das sture Festhalten an bestimmte Interview-Muster. Da jeder Bewerber unterschiedliche Stärken und Schwächen sowie eine eigenständige Persönlichkeit mitbringt, wird auch jedes Interview anders verlaufen. Die Einstiegsfrage kann beispielsweise gleich sein, der weitere Verlauf des Gesprächs sollte jedoch nicht an fixe Abläufe gebunden sein. Vielmehr soll eine offene Diskussion zwischen Recruiter und Bewerber entstehen.

Nicht selten kommt es vor, dass (besonders jüngere) Recruiter zu gerne und zu viel reden. Der Großteil des Gesprächs sollte dem Bewerber gewidmet sein. Der Recruiter beschränkt sich darauf, Fragen zu stellen und als Gesprächspartner zu dienen. Immerhin ist der Sinn des Interviews, den Bewerber und dessen Fähigkeiten und Motivationen kennen zu lernen.

Gleichzeitig darf er den Kandidaten nie zu früh in eine Schublade stecken. Objektivität ist das Um und Auf. Auch nach 100 Job-Interviews kennt man noch nicht alle "Typen" von Kandidaten. Man lernt eben auch als Recruiter niemals aus.

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