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Arbeitszeit oesterreich sehr unterschiedlich

Arbeitszeit in Österreich unterschiedlich verteilt

30.04.2013 | 11:28 |   (DiePresse.com)

2012 betrug die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit 42 Stunden. Österreich hat die zweitlängste Wochenarbeitszeit in der Europäischen Union.

Die Arbeitszeit sorgt immer wieder für heftige Debatten. Der "Tag der Arbeit" am morgigen Mittwoch bietet Anlass, sich die dazupassenden Zahlen und Daten anzuschauen. Die 3,63 Millionen unselbstständigen Erwerbstätigen im Jahresdurchschnitt 2012 leisteten insgesamt 5,8 Milliarden Arbeitsstunden, geht aus den Daten der Statistik Austria hervor. Unselbstständige mit Vollzeitjobs hatten im vergangenen Jahr eine durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit von 42 Stunden.

Eine Eurostat-Erhebung aus dem Jahr 2011 bescheinigt Österreich die zweitlängste Wochenarbeitszeit in der EU. Von den 3,63 Mio. Unselbstständigen arbeiteten 933.000 Personen nur Teilzeit (25,7 Prozent). Diese hatten eine durchschnittliche Arbeitszeit von 21 Stunden pro Woche. Während es bei den Männern nur 7,7 Prozent waren, arbeiteten mit 45,4 Prozent fast die Hälfte der Frauen in Teilzeit.

Von den Arbeitnehmern mit mindestens einer Überstunde pro Woche wurden durchschnittlich 8 Überstunden wöchentlich geleistet. Bezogen auf alle unselbstständig Erwerbstätigen wurden wöchentlich 1,6 Überstunden gemacht. Die Überstunden konzentrieren sich also auf eine verhältnismäßig kleine Gruppe: Nur rund ein Fünftel (20,3 Prozent, 722.200 Personen) aller Unselbstständigen leisteten überhaupt Überstunden. 236.000 Personen machten zehn oder sogar mehr Überstunden.

Mit durchschnittlich 6,1 Überstunden pro Woche wurde allerdings um rund ein Viertel weniger Überstunden bezahlt als tatsächlich geleistet - jede vierte Überstunde wurde also unbezahlt verrichtet, so die Statistik Austria.

Die österreichischen Arbeitnehmer hatten laut einer Eurostat-Erhebung, dem statistischen Amt der Europäischen Union, im Jahr 2011 mit 41,8 Stunden die zweitlängste Wochenarbeitszeit in der EU. Demnach arbeiteten nur die Briten mit 42,2 Stunden pro Woche länger. Im Durchschnitt arbeiteten Vollzeitarbeitnehmer in der EU 40,4 Wochenstunden. Während es auch in Zypern und Portugal (je 41,1) noch hohe Wochenarbeitszeiten gab, bildeten Dänemark (37,7), Irland (38,4) und die Niederlande (39) die Schlusslichter. Die deutschen Arbeitnehmer kamen auf 40,7 Wochenarbeitsstunden.

Kleine Geschichtestunde


Die gesetzliche Wochenarbeitszeit wurde in Österreich in den vergangenen knapp 100 Jahren schrittweise auf die aktuellen, in zahlreichen Branchen kollektivvertraglichen Regelungen von 38,5 Stunden-Wochen gekürzt. 1918 wurde der 8-Stundentag mit einer einhergehenden 48-Stunden-Woche umgesetzt, gefolgt von der 45-Stunden-Woche ab dem Jahre 1959. Ab 1970 wurde die Normalarbeitszeit auf 43 Stunden pro Woche gesenkt und zwei Jahre später (1972) um eine weitere Stunde gekürzt. Im Jahr 1975 wurde die 40-Stunden-Woche eingeführt, geht aus Unterlagen der Gewerkschaft PRO-GE hervor. 1985 wurde für einige Branchen die 38,5 Stunden-Woche eingeführt. Die fordert die Eisenbahnergewerkschaft vida derzeit für ihre Mitglieder: Eisenbahner arbeiten noch immer 40 Stunden.

(APA)

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