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Einkaufsmitarbeiter verdienen groesseren Firmen

Einkäufer verdienen in größeren Firmen besser

23.04.2013 | 13:17 |   (DiePresse.com)

Die strategische Bedeutung des Einkaufs wird unterschätzt. Es fehlt an innovativen Rekrutierungsansätzen und professionellem Talentmanagement.

Unternehmensgröße und -struktur sind entscheidende Faktoren bei der Vergütungshöhe eines Mitarbeiters im Einkauf. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie von Penning Consulting in Kooperation mit Kerkhoff Consulting und dem Forum Einkauf im ÖPWZ (Österreichisches Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeits-Zentrum), durchgeführt unter Geschäftsführern, Einkaufsleitern und Einkäufern von 123 Unternehmen in Österreich.

Demnach steigt mit Umsatz, Beschäftigungszahl, Personalverantwortung und Lebensalter die Vergütung der Mitarbeiter im Einkauf. Entsprechend liegt das durchschnittliche Jahresbrutto von Einkaufsleitern in Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 100 Millionen Euro bei 96.000 Euro, das von Einkaufsleitern in kleinen oder mittleren Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 100 Millionen Euro bei durchschnittlich 63.000 Euro im Jahr. Darüber hinaus spielt das Geschlecht eine wesentliche Rolle bei der Vergütungshöhe. Weibliche Einkaufsleiter verdienen weiterhin deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. In großen Unternehmen werden sie mit durchschnittlich 77.000 € vergütet, Männer hingegen mit 90.933 €.

Innovative Rekrutierungsansätze fehlt

Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus dem Jahr 2011 zeigt sich, dass offene Stellen im Einkauf mehrheitlich erst nach einem Jahr besetzt werden können. Dabei gibt die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen an, keinen Nachfolger für strategische Schlüsselpositionen im Einkauf zu haben. Dies ist darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen vorwiegend klassische Rekrutierungsmethoden wie Stellenanzeigen oder Personalberater nutzen und innovative Ansätze wie Social Media oder Netzwerke noch zu wenig in ihre Personalarbeit integrieren.

Die strategische Bedeutung des Einkaufs wird unterschätzt

Im Vergleich zu anderen betriebswirtschaftlichen Unternehmensfunktionen wird der Einkauf immer noch unterschätzt. Dies zeigt sich nicht nur in der Gesamtvergütungsstruktur, sondern auch im Hinblick auf die Wertschöpfungsrelevanz. "Es überrascht, dass die Vergütung von Einkäufern nicht mit ihrer strategischen Verantwortung steigt.", sagt Stephan Penning, geschäftsführender Gesellschafter der Personalberatung Penning Consulting. "Durch die Verknüpfung mit dem Wertschöpfungsbeitrag und entsprechend höhere Gehälter ließe sich die Motivation der Einkaufsmitarbeiter zielgerichtet steigern", ergänzt Penning.

Auch in der akademischen Ausbildung schlägt sich der Nachholbedarf in Bezug auf die strategische Wertigkeit des Einkaufs nieder. Nur 30 Prozent der Führungspersonen im Einkauf verfügen über einen Studienabschluss. Das ist deutlich weniger als in anderen betriebswirtschaftlichen Disziplinen und weist auf Defizite in der Hochschullandschaft Österreichs in Bezug auf die systematische Qualifizierung von Nachwuchskräften hin.

(Red)

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