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Wirtschaft Neues Studium Modul

"PhD in der Wirtschaft" - Neues Studium an Modul University

01.02.2013 | 09:56 |   (DiePresse.com)

PhD in Business and Socioeconomic Sciences setzt auf Verbindung zur Wirtschaft. Die Studiengebühren entfallen bei Berufstätigkeit in Partnerunternehmen.

Der PhD gilt im neuen dreigliedrigen Bologna-Studiensystem nach dem Bachelor und dem Master üblicherweise als Einstieg in eine wissenschaftliche Karriere. Mit ihrem im Herbst startenden neuen vierjährigen Doktoratsprogramm für einen PhD in Business and Socioeconomic Sciences will die Modul University Vienna Absolventen dagegen primär den Weg in die Wirtschaft ebnen. Dafür sorgen soll unter anderem ein Stipendienmodell, das im Gegenzug zu einer Teilzeitarbeit bei einem Partner aus der Wirtschaft einen Entfall der Studiengebühren in der Höhe von 45.000 Euro (für das gesamte Programm) vorsieht.

"PhD-Programme sind derzeit nach der Vorstellung konzipiert, dass jeder Absolvent auch eine wissenschaftliche Karriere anstrebt", so Rektor Karl Wöber gegenüber der APA. "Aber das ist überzogen - nicht jeder Absolvent wird ein Professor. Es ist in den letzten Jahren hier eine Fehlentwicklung eingetreten: Die Unis machen sich zu wenige Gedanken, was mit denen passiert, die nicht für eine wissenschaftliche Karriere qualifiziert sind oder sich nicht durchsetzen."

Der neue PhD soll nach Angaben Wöbers vor allem Lehrveranstaltungen im methodischen und fachlichen Bereich umfassen, aber auch einen innovativen Bereich, der sich mit Kommunikation beschäftigt. Das Betreuungsverhältnis soll im Endausbau höchstens eins zu vier betragen: Derzeit beschäftige die Modul University zehn habilitierte Mitarbeiter - jährlich würden nur maximal zehn Studenten für das vierjährige PhD-Programm aufgenommen.

Derzeit sucht die Privatuniversität noch Unternehmen, die bereit sind, einen Stipendiaten während des Studiums zu beschäftigen. Voraussetzung für die Befreiung von den Studiengebührern sind eine Anstellung für zehn Stunden in den ersten beiden Jahren und von 20 Stunden im dritten und vierten Jahr sowie ein Mindestbruttogehalt von 1.300 Euro im Monat. So seien die Studenten gleich von Beginn weg integriert, so Wöber. Interessant sei dieses Modell vor allem für Unternehmen, die eine Forschungsabteilung etablieren bzw. mehr in der Forschung machen wollen als bisher und sich so gleich einen künftigen Mitarbeiter "anarbeiten" können. Gleichzeitig stünde den Studenten aber auch ein Arbeitsplatz an der Uni zur Verfügung.

Das Dissertationsthema kann, muss aber nicht, aus dem derzeitigen Uni-Schwerpunkt Tourismus gewählt werden. Gleichzeitig würde sich dies aber anbieten, meinte Wöber: "Die Abteilungen für Tourismus an den großen Unis in Österreich haben sich verändert und umpositioniert. Die wissenschaftlichen Leiter wurden nicht mehr im Tourismus nachbesetzt, was dazu führt, dass wissenschaftliche Leistungen wie etwa Doktorate dort nicht mehr zu erwarten sind."

Zugangsvoraussetzung für das Studium ist ein Master bzw. ein äquivalenter Abschluss im Bereich Betriebswirtschaft oder Sozialwissenschaften bzw. in Ausnahmefällen ein Masterabschluss in anderen Bereichen wie Naturwissenschaften, die mit Auflagen wie dem Nachholen bestimmter Inhalte verbunden sind. Unternehmen können zwar Plätze sponsern, können sich aber nicht allein "ihre" Studenten aussuchen. Die Endauswahl nach einer Vorselektion treffen jeweils Unternehmen und Uni gemeinsam.

(APA)

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