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Kreativ aber nicht leistungsorientiert

Kreativ, aber nicht leistungsorientiert

11.01.2013 | 11:35 |  Yvonne Widler (Die Presse)

Online-Recruiting. Wie beschreiben sich Bewerber weltweit am häufigsten selbst? Das hat die Plattform LinkedIn nun ausgewertet – Xing gibt demografische Einblicke.

„Schöpferisch, Ideen habend und diese gestalterisch verwirklichend“ – so beschreibt der Duden die Eigenschaften, die den Überbegriff „kreativ“ charakterisieren. Und dieser ist der am häufigsten genannte in den LinkedIn-Profilen. Die Betreiber haben eine Liste der in den knapp 200 Millionen Profilen meist genannten Schlagwörter für 2012 erstellt. LinkedIn veröffentlichte die Rangliste das erste Mal bereits im Jahr 2010, als noch „innovativ“ das Schlagwort des Jahres war, 2011 war es dann auch schon „kreativ“.

Auf Platz zwei und drei der Rangliste 2012 folgen „verantwortungsbewusst“ und „analytisch“. Dahinter liegen „motiviert“, „innovativ“, „erfolgsorientiert“, „organisiert“ und das Aufweisen von „kommunikativen Fähigkeiten“. Auf den letzten beiden Plätzen findet man die Beschreibungen „effektiv“ und „internationale Erfahrung“. Auffallend ist, dass Beschreibungen wie „leistungsorientiert“ oder „effizient“ nicht unter den Top-Nennungen aufscheinen. Der Liste nach steht also auf Millionen von Profilen der Begriff „kreativ“. Glaubt man nun daran, so braucht sich die Welt in puncto schöpferischer Menschen keine Sorgen zu machen: LinkedIn hat sie alle.

Frauen sind anders


Frauen netzwerken zumindest anders. Die Plattform Xing kam bei einer Analyse zu dem Ergebnis, dass beinahe jeder fünfte registrierte Mann eine Führungsposition bekleidet – aber nur jede dreizehnte Frau. Zudem sind Frauen deutlich weniger aktive Karrierenetzwerker als Männer. Den höchsten Anteil an Führungskräften – über 50 Prozent – haben Frauen in medizinischen Berufen. Über 40 Prozent beträgt der Anteil im Bildungswesen. Weit darunter liegt der Wert in Branchen wie IT, industriellem Anlagenbau und Rohstoffgewinnung.

Die Hochburgen der männlichen Dominanz bei Führungspositionen liegen in Österreich vor allem in den kleinstädtischen Ballungsräumen und Städten – etwa im Raum Dornbirn, Steyr und Wels. Spitzenreiter bei den weiblichen Führungskräften ist Wien mit über 22 Prozent.

Jobwechsel gefällig?


Nach einer weiteren Xing-Analyse ist Salzburg die einzige Stadt in Österreich, bei der der Anteil an wechselwilligen Arbeitnehmern die 20-Prozent-Marke übersteigt – dicht dahinter liegen Graz und Innsbruck. Am seltensten signalisieren Arbeitnehmer in der Bundeshauptstadt und Dornbirn Interesse an neuen Karriereoptionen. Große Unterschiede gibt es hier auch zwischen den Branchen: Spitzenreiter unter den Jobhoppern ist das Hotel-, Restaurant- und Tourismusgewerbe.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.01.2013)

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