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Die Wahrheit über Deutschlands Praktikanten

21.12.2012 | 10:58 | Andrea Lehky (Die Presse)

Klischee. Schlecht bezahlt, schlecht behandelt, kaum beachtet – ganz so schlimm ist es dann doch nicht.

6000 Erfahrungsberichte wertete MeinPraktikum.de aus, um zu dem Schluss zu kommen, dass es Praktikanten etwas besser geht, als ihr Ruf vermuten lässt. So sind zwei von drei (65,8 Prozent) mit ihren bisherigen Erfahrungen durchaus zufrieden. Knapp die Hälfte (43 Prozent) hält sich allerdings mit im Schnitt 290 Euro monatlich für unterbezahlt. Ganz Arme tragen nur 188 Euro heim, Glückliche immerhin 347 Euro – bei durchschnittlich 7,75 Arbeitsstunden (und einigen Ausreißern nach oben) pro Tag. Wobei die langen Arbeitszeiten kaum Grund zur Klage geben, die geringe Bezahlung jedoch häufig.

Branche entscheidet


Die Top-drei-Motivatoren sind Aufgaben, Betreuung und Arbeitsatmosphäre; die häufigsten Demotivatoren nicht existente Karrierechancen, geringer Lernerfolg und mangelnde Wertschätzung. Deutliche Unterschiede zeigen sich nach Branchen: Praktikanten in Beratung, Konsumgüterindustrie, Versicherungen, Telekommunikation und Internet/Multimedia beschweren sich am seltensten; ihre Kollegen in der öffentlichen Verwaltung, in Bildung, Gesundheit, Metallverarbeitung, Logistik, Gastronomie und Fremdenverkehr am häufigsten.

Längere Dauer zahlt sich aus

Im Schnitt sind die Praktikanten zehn Wochen im Einsatz. Die Dauer korreliert mit der Zufriedenheit: je kürzer, desto verärgerter äußern sie sich. Bei sieben Wochen Praktikumsdauer ist die Unzufriedenheit am größten, ab elf Wochen am geringsten. Was den Schluss nahelegt, dass sich längere Praktika auszahlen: bei Kontakten, Lernerfolgen und Karrierechancen.


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