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oesterreich hinkt Beschaeftigung aelterer

Österreich hinkt bei der Beschäftigung Älterer hinterher

18.10.2012 | 14:37 |   (DiePresse.com)

OECD-Studie: Je älter, desto größer die Kluft. Jeder zweite Über-55-Jährige arbeitet Teilzeit. Empfohlene Maßnahmen nur zum Teil umgesetzt.

Vor dem Hintergrund der immer älter werdenden Bevölkerung und daher steigender Sozialaufwendungen ist es unabdingbar, ältere Menschen länger im Arbeitsleben zu halten, meint die OECD. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich in den OECD-Staaten zwar die Beschäftigungsquote der Über-50-Jährigen um einiges erhöht, das tatsächliche Pensionsantrittsalter aber kaum. Österreich hinkt laut einer aktuellen Studie weit hinterher, vor allem bei den Arbeitnehmern, die älter als 60 Jahre alt sind.

Bereits 2005/06 hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für 21 Länder untersucht, was sie für ältere Arbeitnehmer tun. Dabei wurden drei notwendige politische Maßnahmen ausgemacht:

  • Mehr finanzielle Anreize, damit die Menschen länger arbeiten respektive die Pension finanziell weniger attraktiv gestalten,
  • Barrieren auf Seiten der Arbeitgeber abbauen (etwa Gesetze gegen Altersdiskriminierung)
  • und die Arbeitsfähigkeit älterer Dienstnehmer verbessern.

In der nun veröffentlichten Studie zieht die OECD Bilanz: Österreich hat neun Empfehlungen nicht umgesetzt. In 12 Punkten wurden Maßnahmen ergriffen, wobei auch da mehr getan werden könnte.

Was die Beschäftigungsquote betrifft, liegt Österreich jedenfalls um einiges hinter dem OECD-Schnitt. Hierzulande waren voriges Jahr 57,1 Prozent der 50- bis 64-Jährigen im Erwerbsleben, der OECD-Schnitt (34 Länder) lag bei 61,2 Prozent. Wenngleich der Abstand im Laufe der Jahre geringer geworden ist: Zehn Jahre davor, 2001, hatte die Quote in Österreich nur 44,8 Prozent betragen, jene in der OECD 55,6 Prozent. 2005 lag Österreich bei 47,2 Prozent, die OECD-Staaten durchschnittlich bei 58,4 Prozent.

Nach wie vor riesig ist die Kluft bei den 60- bis 64-Jährigen. In Österreich arbeitet nur jeder fünfte in dieser Altersgruppe (20,9 Prozent), OECD-weit sind es immerhin 40 Prozent. Das ist ein Abstand von 19,1 ganzen Prozentpunkten - der sich in der letzten Dekade kaum verringert hat. 2001 war in der OECD noch fast jeder dritte 60-64-Jährige im Erwerbsleben (32,5 Prozent), in Österreich weniger als 13 von 100 Personen (12,7 Prozent), der Abstand hatte also 19,8 Prozentpunkte betragen. Zwischenzeitlich, im Jahr 2005, war er mit 22 Prozentpunkten noch größer.

Von den 65- bis 69-jährigen Österreichern arbeiten überhaupt nur mehr 9,5 Prozent, in den OECD-Ländern sind es 18,5 Prozent.

Viele ältere Menschen stehen nur mehr teilweise im Erwerbsleben, wie aus der Studie weiter hervorgeht. Etwa jeder zweite, der in Österreich noch arbeitet und zwischen 55 und 64 Jahre alt ist, arbeitet Teilzeit (22 Prozent der Altersgruppe; OECD: 18,7 Prozent). Und 2,7 Prozent der gesamten Altersgruppe sind Zeitarbeiter (OECD: 9,1 Prozent).

Was die politischen Maßnahmen zur Unterstützung älterer Arbeitnehmer seit 2005 betrifft, geht die OECD im Detail auf ihre damaligen Empfehlungen ein: Nichts getan hat Österreich etwa seitdem, um älteren Arbeitnehmern einen stufenweisen, nicht-subventionierten Pensionsantritt zu erleichtern. Auch bei der Hacklerregelung und der Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters vermisst die OECD Maßnahmen, ebenso bei den Frühpensionen. Verbesserungsbedarf ortet die OECD auch bei der Kohärenz von Weiterbildungsmaßnahmen.

(APA)

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