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IT-Wettbewerb: Nachwuchs-Hacker zur „guten Seite“ bekehren

20.08.2012 | 11:35 |  Jürgen Leidinger (Die Presse)

Seit Juli nehmen mehr als 300 Schüler an einem Hacker-Wettbewerb teil. Dahinter steht kein internationales Anarchokollektiv, sondern die Vertretung der heimischen IT-Sicherheit. Das Ziel: Talente früh fördern.

„Man müsste die Bundeshymne ändern“, scherzt Joe Pichlmayr. „In ,Land der Hacker‘!“ Das Vorstandsmitglied von Cyber Security Austria hat allen Grund zur Heiterkeit. Gemeinsam mit dem Kuratorium Sicheres Österreich hat der Verein nämlich Österreichs Schüler dazu aufgerufen, in einer „Cyber Security Challenge“ ihr Können unter Beweis zu stellen. Seither staunt man über großen Zulauf und überraschend hohe Qualität der Hackerleistungen.

Seit Start des Bewerbs arbeiten sich aktuell 312 Teilnehmer an bis dato sechs verschiedenen Aufgabenstellungen ab. Wie in einer echten Hacking-Situation werden die Aufgaben über Fernzugriff in Angriff genommen. Erst Anfang November stehen sich die bis dahin zehn besten Teilnehmer in einem Finale als „reale Personen“ gegenüber. So haben Pichlmayr und Konsorten noch kein genaues Bild, wer genau am Bewerb teilnimmt. „Für uns ist aber schon die reine Teilnehmerzahl eine Überraschung. Im Vorhinein haben wir gesagt: ,Wenn 100 mitmachen, sind wir schon zufrieden‘“, erzählt Pichlmayr.

Auch der internationale Vergleich macht die Veranstalter stolz. Die schwierigste der sechs Aufgaben war auch Bestandteil eines internationalen Bewerbs, an dem allerdings nur Hochschüler teilnahmeberechtigt waren. Von den heimischen Schülern konnte bereits ein höherer Anteil die Aufgabe lösen als unter internationalen Studenten. „Das zeigt, dass Österreich hier sehr gut liegt“, meint Pichlmayr.

Legale Hacker-Perspektiven 

Sinn und Zweck der Veranstaltung ist es, zu erheben, in welchem Maß sich Schüler schon für Themen aus dem Bereich Cyber Security begeistern – entweder als Teil ihrer Ausbildung oder aus eigenem Interesse. Den Siegern winkt ein Stipendium von jeweils bis zu 2500 Euro für ihre weitere Ausbildung.

So will man den Talenten signalisieren, dass auf der „guten Seite“ der Hackerwelt Perspektiven warten. Die Systeme werden komplexer, Sicherheitsrisken nehmen zu und so sind Fachkräfte aus dem Bereich überaus gefragt: „Der österreichische Arbeitsmarkt ist händeringend auf der Suche nach hochqualifizierten IT-Sicherheitsexperten“, sagt Christian Kunstmann, Generalsekretär des Kuratoriums Sicheres Österreich.

„Der Schutz von kritischen IT-Infrastruktursystemen wird im öffentlichen wie auch im privatwirtschaftlichen Bereich immer wichtiger und die Nachfrage nach Cyber-Security-Spezialisten steigt ständig. Um diese Herausforderungen langfristig zu bewältigen, müssen wir junge, IT-begeisterte Talente bereits frühzeitig fördern und sie zu den IT-Sicherheitsexperten der Zukunft ausbilden.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.08.2012)

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