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Betriebliche Vorsorgekassen verwalten ueber

Betriebliche Vorsorgekassen verwalten über 4 Mrd. Euro

04.07.2012 | 11:35 |   (APA)

Betriebliche Vorsorge wird von 2,66 Millionen Arbeitnehmern und Selbstständigen in Anspruch genommen. Die Performance 2011 lag bei nur 0,2 Prozent, Reformen sind geplant.

Seit dem Jahr 2003 ersetzt die betriebliche Mitarbeitervorsorge obligatorisch das alte System der betrieblichen Abfertigungen. In der Folge wurden auch mehrere Betriebliche Vorsorgekassen (BVK) zur Verwaltung dieser Gelder gegründet. Inzwischen sind es zehn an der Zahl. Seit 2008 haben auch Unternehmer, "Neue Selbstständige" und Angehörige der freien Berufe und sowie Land- und Forstwirte die Möglichkeit zur betrieblichen Vorsorge und damit die Möglichkeit auf eine Zusatzpension.

Der Arbeitgeber zahlt 1,53 Prozent der Brutto-Monatsbezüge (inklusive Sonderzahlungen) in die BVK ein. Für Selbstständige bemisst sich die Beitragshöhe an der vorläufigen Beitragsgrundlage für die Pensionsversicherung. Von dieser werden bis zur derzeitigen Höchstbeitragsgrundlage von 4.230 Euro monatlich 1,53 Prozent eingezahlt. Das Geld geht für Arbeitnehmer - im Gegensatz zur Abfertigung-Alt - auch bei Selbstkündigung nicht verloren. Sie können es aber nur bei Kündigung durch den Arbeitgeber aus der Kasse entnehmen - wenn bereits 36 Monate eingezahlt wurde.

Im Vorjahr flossen insgesamt 877 Mio. Euro in die Vorsorgekassen. 8 Mio. Euro kamen aus Übertragungen aus noch bestehenden Abfertigung-Alt-Verträgen. Während die laufenden Beiträge kontinuierlich steigen, gehen die Alt-Übertragungen zurück. Gleichzeitig stiegen auch die Auszahlungen auf 229 (197) Mio. Euro.

Die zehn Vorsorgekassen haben sich im Laufe der Zeit zu einem beachtlichen Standbein der zweiten Säule der Altersvorsorge entwickelt, zu der auch noch die betrieblichen und überbetrieblichen Pensionskassen zählen. Gemeinsam verwalteten die BVKs per Jahresende 2011 ein Vermögen von 4,29 (2010: 3,57) Mrd. Euro. Rund 2,66 (2,49) Millionen Arbeitnehmer und Selbstständige nutzten laut Plattform der Betrieblichen Vorsorgekassen diese Möglichkeit.

Von den rund 926.000 Beitrittsverträgen entfielen Ende 2011 fast 485.000 auf die Mitarbeitervorsorge, gut 429.000 auf die Selbstständigenvorsorge und über 12.000 auf die Freiberufler.

Die BVKs erwirtschafteten im Vorjahr eine Performance von 0,20 Prozent nach 2,58 Prozent 2010. Seit ihrer Einführung im Jahr 2003 waren es im Schnitt 2,6 Prozent. 91,4 Prozent der Gelder waren laut OeKB in Euro-Anleihen, 2,86 Prozent in Euro-Aktien, 2,45 Prozent in Immobilien, 1,91 Prozent in Nicht-Euro-Anleihen und 1,43 Prozent in Nicht-Euro-Aktien investiert.

Nach der mit Jahresbeginn 2013 in Kraft tretenden Pensionskassenreform steht auch bei den Vorsorgekassen eine Reform an. Diskussionen der Branche mit FMA und Ministerien liefen bereits, so die Vorstände der Bonus Vorsorgekasse zur APA. Wesentlicher Punkt dabei sei die geplante Erhöhung der Eigenmittel der Kassen, die derzeit nur mindestens 1,5 Mio. Euro ausmachen müssten. "Man kann nicht vorsichtig genug sein", stehen die Vorstände vor dem Hintergrund der letzten Krisenjahre dem positiv gegenüber. Auch eine "kostenneutrale" Anhebung der Arbeitgeberbeiträge von derzeit 1,53 Prozent könnten sich die Vorstände vorstellen. Dies hänge aber davon ab, wie weit die Wirtschaft belastbar sei. Ein weiterer Punkt ist die "zu kurze" Mindestverweildauer von derzeit drei Jahren. Wer kann, lasse sich das Geld auszahlen, etwa bei einem Jobwechsel.

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