Der Urlaub ist den Österreichern heilig
28.06.2012 | 17:35 | Andrea Lehky (Die Presse)
Angetreten wird der Jahresurlaub unbedingt. Fraglich ist, ob er der Entspannung dient. Mit fünf Wochen ist die Mehrheit jedenfalls zufrieden.
Urlaubstage verfallen lassen? Nicht freiwillig! 76 Prozent der Österreicher nutzen ihre fünf schönsten Wochen im Jahr maximal aus. Allerdings: 20 Prozent bekennen, sich gelegentlich dem faktischen Druck zu beugen und freie Tage verfallen zu lassen. Vier Prozent fehlt der Überblick.
Im Urlaub selbst schaffen es 29 Prozent, wirklich abzuschalten. Dem überwiegenden Anteil von 43 Prozent gelingt das teilweise, weitere 16 Prozent erledigen Kleinigkeiten. Für drei Prozent macht Urlaub keinen Unterschied zum Alltag. Sie arbeiten durch.
Lockruf des Handys
Die Lieblingsspielzeuge werden natürlich nicht zu Hause gelassen. 44 Prozent der von Careesma.at befragten 510 Jobsuchenden erliegen der Versuchung, das Smartphone auch im Urlaub für Arbeitszwecke zu benutzen. 41 Prozent checken ihre Mails und 22 Prozent greifen aus dienstlichen Gründen zum Laptop. 13 Prozent nutzen die Mussetage, um sich mit Fachliteratur weiterzubilden.
Kein Durchboxen nötig
Mit den firmeninternen Formalitäten sind 51 Prozent zufrieden: Sie bekommen ihren Urlaub mühelos bewilligt. 29 Prozent mussten sich schon mal der Betriebsraison beugen und ihre Pläne ändern. 13 Prozent bekennen, dass es schwer fällt, ihren Urlaub durchzusetzen. Drei Prozent sind an Betriebsurlaube gebunden, ein Rest von vier Prozent hat sonstige Argumente.
Übrigens: Mit den gesetzlichen fünf Urlaubswochen findet die Mehrheit von 56 Prozent das Auslangen. 39 Prozent sind damit unzufrieden. Die übrigen fünf Prozent enthalten sich der Meinung.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.6.2012)













