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Bewerbung Video

Bewerbung per Video?

17.08.2012 | 10:42 |  Johanna Zugmann (DiePresse.com)

Für Film und Fernsehen oder eine Position in der Kreativwirtschaft durchaus tauglich, kann dieses Medium für die Bewerbung um eine Managementposition völlig kontraproduktiv sein. Wie Kandidaten-Videos bei Unternehmern, Personalberatern und HR-Managern ankommen.

Sören Buschmann, geschäftsführender Gesellschafter von Strametz und Partner, rät, die Hände davon zu lassen. Einzige Ausnahmen: Man bewirbt sich um einen Job in der Kreativszene oder als Model. Für technische und kaufmännische Positionen gilt: "Einem Bewerbungs-Video lastet der "Haut gout" der Selbstdarstellung an. Und die sollte ausschließlich über den CV, der für sich selbst spricht, erfolgen."

Sören Buschmann: "Bei Kreativen kann diese Art von Bewerbung gut ankommen, in anderen Branchen erzeugt er damit wohl eher andere Reaktionen." Der bewusst knackig gehaltene Clip soll Personalverantwortliche dazu einladen, ihn zu einem Gespräch einzuladen.

Esther Brandner-Richter, Human Resources-Managerin von Ernst & Young Österreich, räumt ein, noch nie ein Bewerbungs-Video bekommen zu haben. Vielleicht weil das in Österreich noch nicht "state oft the art" sei. Bei jährlich 3000 Bewerbungen wäre sie auch nicht glücklich, wenn diese auch noch Videos enthielten. Einzige Ausnahme: "Ein Bewerber ist weit weg im Ausland und schickt solches Anschauungsmaterial."

Jani Newrkla , Gründer und Eigentümer der Werbeagentur bluetango: "Ich ersuche Bewerber um ein Portfolio mit ihren besten Ideen. Ein Video in dem sich der Bewerber selbst präsentiert, wäre im besten Fall ,Show', ansonsten eher peinlich."

Anonymus: Einer der renommierten Headhunter, hat Kurioses zu berichten. Vor ein paar Jahren hat ihm eine Dame, die sich um einen Vorstandsassisteninnenposten beworben hat, ein Video geschickt. Nein; nicht irgendeines. Die attraktive Dame zeigte sich nackt am Strand. Der Erfolg: Er traf sich mit ihr. Aus Neugierde. Und vielleicht weil er kein Kostverächter ist. Für die Bewerberin gab’s Dinner, den Job bekam eine andere.

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