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Brüche im Lebenslauf: Was nun?

27.06.2012 | 10:23 | Nikolaus Koller (DiePresse.com)

Linear und ohne Lücken – so sollte ein CV aussehen. Nur wenige entsprechen diesem Ideal.

Ein wiederholtes Jahr in der Schule, ein bisschen „Bummeln“ beim Studium oder arbeitslose Phasen im Berufsleben: Viele haben einmal etwas länger gebraucht oder hatten im Job nicht immer nur Glück. Linear (nach oben) zeigende Lebensläufe ohne Lücken scheinen Personalverantwortliche am liebsten zu haben. Wessen Curriculum Vitae Fragen aufwirft, der kommt leicht in Erklärungsnotstand. Unabhängig davon, dass HR-Verantwortliche zunehmend Verständnis für Brüche in der Vita von Bewerbern – eher bei höheren Semestern denn bei Berufseinsteigern – haben und Auszeiten und Co auch eine gewisse Persönlichkeit widerspiegeln, gibt es doch einige Empfehlungen, wie man sich in solchen Situationen verhalten sollte:

Motivationsschreiben nutzen. Wer längere Zeit arbeitslos war oder für das Studium weitaus länger gebraucht hat, der sollte die Gründe dafür im Motivationsschreiben thematisieren. Im späteren Verlauf des Schreibens kann ein Hinweis auf diese Zeiten – bitte konkret angeben, damit keine Missverständnisse entstehen! – eingeflochten und so Missverständnissen vorgebeugt werden.

Roten Faden suchen. Viele Unterbrechungen in einer Karriere sind nicht freiwillig passiert. Dennoch sollte man versuchen, sie gut in die eigene „Lebensgeschichte“ einzubetten und die Umstände rund herum zu erklären.
„Learnings“ erklären. Vom Kollegen gemobbt, zu wenig Fleiß im Studium oder einfach nicht mehr gebraucht gewesen – all das sind Situationen, die man vor einem (meist unbekannten) Gegenüber im Job-Interview nur ungern preisgibt. Offenheit wird allerdings belohnt: Erklären Sie ruhig, wie es zu gewissen Situationen gekommen ist und geben Sie vor allem an, was Sie daraus gelernt haben. Das zeigt Lernfähigkeit und Veränderungswillen!

Leerzeiten offen angeben. Wer ein Jahr eine Weltreise gemacht hat oder auch einige Zeit arbeitslos war, der sollte das offen in den CV schreiben. Es ist besser, solche Lücken direkt zu kommunizieren. Ansonsten könnte leicht beim Personalverantwortlichen der Eindruck entstehen, der Kandidat habe etwas zu verbergen oder der Lebenslauf sei einfach nur unvollständig oder schlampig geschrieben.

Direkt ansprechen. Es zahlt sich aus, beim Job-Interview von selbst auf Brüche im Lebenslauf hinzuweisen. „Wie Ihnen sicherlich beim Lesen meines CVs aufgefallen ist…“ könnte eine Formulierung sein, bei der man das Gegenüber auf die Situation hinweist und sie von sich aus anspricht. Recruitern fallen Lücken ohnehin auf und es beweist, dass man sich auf das Gespräch vorbereitet hat.


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