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Michael Baumann

Wie Bewerber Headhunter nutzen können

08.01.2013 | 10:30 |  Nikolaus Koller (DiePresse.com)

"Sagen Sie niemals, das interessiert mich nicht": Michael Baumann, Senior Consultant von Amrop Jenewein, über den Umgang mit seiner Spezies und warum Kandidaten im Web zu finden sein sollten.

Was sind denn absolute No-Go's im Umgang mit Headhuntern?
Michael Baumann: Sagen Sie niemals von vornherein, "Nein, das interessiert mich nicht“, sondern lassen Sie sich relevante Informationen geben und entscheiden Sie anhand dieser. Und stellen Sie nicht sofort Fragen wie „Woher haben Sie meine Kontaktdaten und was kann ich bei dem Job verdienen?“, man wird es im Erstkontakt nicht sagen.

Wie sollte sich ein Kandidat verhalten, wenn Sie ihn anrufen?
Personalberatung ist gelebtes Vertrauen. Es ist durchaus legitim, den Personalberater zu bitten, zu einem späteren Zeitpunkt nochmals anzurufen, sollte die Kontaktaufnahme gerade ungelegen kommen. Lassen Sie sich den Job beschreiben und ersuchen Sie bei weiterem Interesse um die Zusendung eines Job Profils, natürlich an die private Email-Adresse. Scheuen Sie sich nicht davor, Ihr ungefähres Gehalt oder einen Gehaltswunsch zu äußern – diese Informationen dienen lediglich dazu, um sicherzustellen, dass die Compensation Packages im definierten Rahmen liegen. Headhunter sind Sparringpartner!

Worauf achten Sie, wenn Sie Kandidaten zum Gespräch laden?
Prinzipiell ist mir Authentizität wichtig. Es lässt sich relativ leicht enttarnen, wenn Gesprächspartner an der Oberfläche bleiben und nicht wirklich gewillt sind, in die Tiefe zu gehen. Ich sehe meine Aufgabe auch darin, ein vertrauensvolles Gesprächsklima herzustellen, das in jedem Fall zu einer Win-Win-Situation führen soll. Gute Vorbereitung und Strukturiertheit seitens der Kandidaten sind Grundvoraussetzung für einen positiven weiteren Gesprächsverlauf.

Macht es Sinn, Ihnen unaufgefordert einen CV für die Datenbank zu senden? In der Hoffnung, dass man später leichter gefunden wird.
Grundsätzlich macht es natürlich Sinn, eine Initiativbewerbung zu senden. Searchmandate werden zumeist von Datenbanksuchen begleitet. Stellen Sie dabei jedoch sicher, dass Wünsche nach Job und Branche klar definiert sind. Je strukturierter und detaillierter Informationen von Kandidaten zur Verfügung gestellt werden, desto besser können diese später bei möglichen Vakanzen berücksichtigt werden.

Wie wichtig ist es, online zu finden zu sein?
Eine Online Präsenz ist heutzutage unerlässlich und eine nützliche elektronische Visitkarte. Wir nutzen natürlich die unterschiedlichsten Kanäle. Der digitale ist ein wesentlicher Bestandteil.

Welche Bedeutung haben Xing, Facebook und Twitter dabei?
Social Media Plattformen bieten potentiellen Kandidaten die Möglichkeit, sich zu präsentieren. Je akkurater Informationen zur Verfügung gestellt werden, desto zielgerichteter können Headhunter agieren. Informationen nach gewünschtem Jobwechsel oder Gehaltsangaben sind hier natürlich deplatziert.

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