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Medizinprodukte Nachfrage steigend

Medizinprodukte: Nachfrage steigend

08.01.2013 | 11:25 |  Nikolaus Koller (DiePresse.com)

Die Job-Aussichten in der Branche seien vielversprachend, sagt Petra Heidler. Die auf den Bereich Medizinprodukte spezialisierte Personalberaterin im Interview über "Right Potentials".

Wie schätzen Sie die Job-Aussichten in der Medizinprodukte-Branche ein?
Petra Heidler: Die Nachfrage nach Medizinprodukten ist groß und die Tendenz weiterhin steigend. Es bleibt ein Wachstumsmarkt, der jedoch zunehmend heißer umkämpft wird. Nach Angaben der AGES (Anm.: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) wird die Zahl der sich am europäischen Markt befindlichen Medizinprodukte auf rund 500.000 bis zu einer Million geschätzt, bei ungefähr 8000 verschiedenen Arten. Der österreichische Gesundheitsmarkt erreichte 2011 ein Volumen von rund 32 Mrd. Euro. Durch den medizinisch-technischen Fortschritt, die demografische Entwicklung und das steigende Gesundheitsbewusstsein werden sich die Ausgaben bis 2020 fast verdoppeln. Kurz und gut, die Prognosen sowie die Job-Aussichten für die kommenden Jahre sind vielversprechend!

Unterscheiden sich Recruiting-Prozesse von anderen Sektoren?
Die Austromed spricht in Österreich von 300 bis 350 Unternehmen, die vorrangig im Bereich Medizintechnik tätig sind. Klein- und Kleinstbetriebe prägen die Branche, die wiederum Experten in ihrem Nischenbereich suchen. Natürlich gibt es neben den Vertriebspositionen die Shared Service- und Admin-Funktionen, jedoch werden in Zeiten sich wandelnder Märkte vermehrt flexible, hochspezialisierte und branchenerfahrene Mitarbeiter gesucht. Um die Right Potentials in den engen Nischen zu finden, braucht es Consultants mit jahrelanger Branchenexpertise, einem ausgezeichnetem Netzwerk in der EMEA-Region (Anm.: Europa, Mittlerer Osten und Afrika) und grenzüberschreitender Suche.

Welche Stellen sind besonders gefragt?
Der Medica Congress 2012 in Düsseldorf bietet alljährlich einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen in der Medizin. Da wird unter anderem über Innovationen vom Weltraum bis zum Menschen, über die Zukunft personalisierter Implantate, über Innovationsmanagement und digitale Schnittstellen in der Medizin diskutiert. Im Zuge dessen werden vor allem Servicetechniker, Applikationsspezialisten, Medizinprodukteberater, Sales Manager, Entwickler und IT Spezialisten gesucht.

Worauf achten Sie besonders bei Bewerbern?
Das ist abhängig von Unternehmen und Position, zumeist werden die jeweiligen fachlichen Qualifikationen vorausgesetzt. Einerseits werden bei Absolventen und Young Professionals praktische Erfahrungen erwartet, andererseits ist es schwierig, Praktika in einem hochspezialisierten Markt zu machen. Sehr gute IT- & Sprachenkenntnisse sind in jedem Fall ein Plus. Vor allem schätze ich Bewerber, die auf das Gespräch vorbereitet sind und Wissbegierde, Engagement wie auch Innovationsfreude mitbringen. Unternehmen wünschen sich zuverlässige sowie loyale Mitarbeiter, die über den Tellerrand schauen. Right Potentials mit Geschäftssinn sowie Kundenorientierung, die auch lebenslanges Lernen und Weiterentwicklung schätzen.

Wie können sich vor allem Einsteiger auf die ersten Recruiting-Prozesse vorbereiten?
In Zeiten digitaler Schnittstellen in der Medizin, in der auch Smartphone, Tablet-PC & Co. boomen, gibt es im Web eine Vielzahl an Möglichkeiten, Informationen über die Branche, das Unternehmen, die Geschäftsfelder und die Mitbewerber in Erfahrung zu bringen. Eventuell gibt es im eigenen Netzwerk auch Empfehlungen oder die Chance, an Recruiting Events bzw. Veranstaltungen teilzunehmen.
Der frühe Vogel fängt den Wurm – Praktika in allen Bereichen eröffnen oftmals ungeahnte Kontakte und jene Bewerber, die sich wirklich vorbereiten und gewillt sind, die Extrameile zu gehen, werden auch erfolgreich sein. Ein spannendes Gespräch bleibt jedenfalls in Erinnerung und dazu zählen auch vernünftige Bewerbungsunterlagen, entsprechende Umgangsformen, gute Vorbereitung sowie eine Portion Humor.

 

Zur Person
Petra Heidler war jahrelang als HR-Spezialistin und Personalleiterin in Österreich und Zentraleuropa tätig, unter anderem in Europas größtem Trainings- und Coaching Institut, bei Novartis Pharma, Thomson Reuters sowie St. Jude Medical.

Zusätzlich ist sie zertifizierte Mediatorin, NLP-Trainerin, Coach und externe Lektorin an der Donau-Universität Krems sowie an diversen Fachhochschulen.

Seit 2012 unterstützt sie bei access executive search das Team der D-A-CH-Region als Office Lead Austria. Access ist nach eigenen Angaben in der D-A-CH-Region der größte Anbieter im Bereich Personalberatung, Talent Marketing, Career Events und E-Recruiting.

 

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