Gut verpackt

17.08.2016 | 09:47 |  Ricarda Kargl (DiePresse.com)

Stellenwechsel, Kündigung oder längere Jobsuche: Wie Sie wichtige Details in Ihrem Lebenslauf erfolgreich vermitteln.

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Wer schon einige Jahre an Berufserfahrung mitbringt, hat in seinem Motivationsschreiben üblicherweise auch ein paar Details zu erzählen. Vor allem, wenn diese Informationen heikel sind, gilt es, sie gut zu verpacken. Es kommt auf eine vorteilhafte, aber treffende Formulierung an.

1. Wenn Sie wechseln wollen
Warum Sie sich für eine andere Stelle bewerben ist für den Personaler natürlich interessant. Spätestens im persönlichen Gespräch werden Sie Ihren Wunsch begründen müssen. Am besten so:

  • Ich möchte mich in Zukunft auf den Bereich xy konzentrieren.
  • In meinem derzeitigen Job fehlen mir die Weiterentwicklungsmöglichkeiten...
  • Bei meiner aktuellen Stelle kann ich meine Fähigkeiten im xy nicht einbringen...

2. Wenn Sie gewechselt haben
Zwar müssen Sie die Gründe für frühere Wechsel nicht im Bewerbungsschreiben angeben, ein kurzer Satz dazu klärt Fragen schon im Vorfeld des Vorstellungsgesprächs.

  • Nach fünfjähriger Tätigkeit, habe ich die Stelle bei xy angenommen, um Erfahrungen in xy zu sammeln.
  • Ich habe mich damals wegen der vielfältigeren Aufgaben im neuen Job für einen Wechsel entschieden.

3. Wenn Sie gegangen sind – oder gegangen wurden
Zur Auflösung Ihres Dienstverhältnisses müssen Sie keine Angaben machen. Seien Sie aber beim Bewerbungsgespräch auf diese Frage gefasst. Es gilt: Nicht lästern und nicht zu viele Details verraten. Und: Achten Sie darauf, dass Ihre Schilderung mit der Formulierung im Arbeitszeugnis übereinstimmt.

  • Wenn die Kündigung einvernehmlich war: Das Dienstverhältnis wurde in gegenseitigem Einverständnis gelöst, (weil...)
  • Ich habe mein Dienstverhältnis gekündigt, um eine Stelle zu finden, die meinen Qualifikationen besser entspricht. (Im Zeugnis steht dann etwa: Xy verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.)
  • Mein Ausscheiden aus der Firma xy erfolgte auf Grund der schwierigen wirtschaftlichen Situation in der Branche/ wegen Rationalisierungsmaßnahmen, die auch das Personal betrafen/ weil der Bereich, in dem ich tätig war, ausgelagert wurde... (Kündigung durch den Arbeitgeber wird im Zeugnis mit dem Wort „trennen“ beschrieben. Etwa: Wir haben uns (einvernehmlich) getrennt.)

4. Wenn Sie auf der Suche waren
Wer länger nach einem neuen Job gesucht hat, verpackt das geschickt, indem er angibt, was er in der Zwischenzeit getan hat.

  • Seit meinem Austritt aus der Firma xy besuche ich einen Lehrgang.../ bin ich freiberuflich als … tätig.
  • Zur Überbrückung der Zeit meiner Stellensuche bin ich als … tätig.

5. Wenn Sie zuhause geblieben sind
Lange Karenzzeiten können ein Nachteil sein. Weisen Sie nicht direkt darauf hin, dass Sie zum Beispiel über zehn Jahre zuhause waren. Besser: Über Kurse sprechen, die Sie in der Zwischenzeit absolviert haben oder Fähigkeiten betonen, die Sie als Mutter und im Beruf auszeichnen.

Unsere gesammelten Bewerbungstipps finden Sie hier.

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