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Ich bin dann mal weg... Belgien

21.08.2014 | 12:30 |  Ricarda Kargl (DiePresse.com)

Länderspezifische Unterschiede und Gebräuche bereiten vielen Kopfschmerzen, die im Ausland arbeiten wollen. Die wichtigsten formalen Unterschiede zu einer Bewerbung in Österreich. Von Ricarda Kargl

Der Auslandsguide zeigt, worauf Sie im europäischen und im fernen Ausland besonders achten müssen.

So geht’s in Belgien
In Belgien gilt es, die Sprache der Bewerbung der Region anzupassen. In Wallonien verfasst man sie in Französisch, in Flandern in Niederländisch und im Osten des Landes, in der Region um Eupen und St. Vith, in Deutsch. Eine englische Bewerbung reicht nicht aus, außer sie wird in der Stellenausschreibung gefordert.

Im südlichen Wallonien wird teilweise noch ein handschriftliches Anschreiben erwartet. Besonderen Eindruck macht ein eigenes Briefpapier mit Briefkopf.

Das Anschreiben
Der Grund für die Bewerbung ist eine der wichtigsten Fragen für belgische Personalverantwortliche. Finden Sie deshalb im Motivationsschreiben klare Worte dafür.

Praktische Erfahrung zählt in Belgien mehr als Abschlüsse und Noten. Beschreiben Sie Ihre bisherigen Stellen und Aufgabenbereiche genau. Natürlich dürfen Sie trotzdem nicht auf Ihre Ausbildung vergessen.

Der Lebenslauf
Verfassen Sie Ihren CV umgekehrt chronologisch. Weil es in Belgien ein gutes Praktikavermittlungssystem gibt, können 80 Prozent der Hochschulabsolventen schon Berufserfahrung vorweisen. Wenn Sie frisch von der Uni kommen, müssen Sie deshalb alle Praktikumsplätze genau erwähnen. Sonst haben Sie das Nachsehen.

Die Belgier sind großteils mehrsprachig. Ein Drittel spricht drei Sprachen, einige beherrschen sogar vier. Fremdsprachenkenntnisse sind deshalb auch für ausländische Bewerber ein Muss. Geben Sie sie im Lebenslauf genau an. „Fließend Französisch“ reicht aber nicht aus. Wichtig ist, wo und wie lange Sie die Sprache gelernt und praktiziert haben.

In Belgien sind ausführliche Angaben zu Ihrer Person üblich. Name und Beruf des Partners sowie Name und Alter des Kinder werden erwähnt. Auch Hobbies sollten Sie unbedingt erwähnen. Wenn Sie in Ihrer Freizeit Mitglied in einem Verein sind, geben Sie das an – vor allem, wenn Sie dort ein Amt inne haben. Männer müssen auch angeben, ob sie Wehr- oder Zivildienst geleistet haben.

Und sonst?
Datum und Unterschrift können Sie sich bei einer belgischen Bewerbung sparen. Ein Foto ist nicht üblich, Anhänge auch nicht. Der Personaler fordert Zeugnisse und Referenzen bei Interesse ein. Zum Bewerbungsgespräch müssen Sie auf jeden Fall mit einer vollen Mappe erscheinen.

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