Gekommen, um zu bleiben

21.07.2016 | 17:41 |  Alexander Eriksröd (DiePresse.com)

Vom Sommerjob zur Festanstellung: So nutzen Sie Ihr Praktikum als Sprungbrett.

Artikel drucken Drucken Artikel kommentieren Kommentieren Artikel senden Senden

"Jedes Praktikum ist besser als keines“, sagen viele Einsteiger. Das mag anfangs stimmen. Wer aber aus einem (Ferial)-Praktikum eine Fixanstellung machen will, muss bei der Wahl des Praktikums einige Details berücksichtigen.

Wählen Sie das richtige Praktikum
Die zentrale Frage lautet: Gibt es wirklich sinnvolle Arbeit für mich? Erwarten Sie nicht zu viel. Bedenken Sie: auch niedere Hilfsarbeiten können nützlich sein. Wenn man aber wochenlang nichts mit Ihnen anzufangen weiß, sollten Sie sich das mit der späteren Bewerbung überlegen.

Suchen Sie eine Stelle, die viel Arbeit mit sich bringt. Jede Aufgabe ist eine Chance,  Kompetenz, Verlässlichkeit und Engagement zu beweisen. Fragen Sie daher schon beim Vorstellungsgespräch, was Ihre Aufgaben sein werden. Sie bekommen keine klare Antwort? Ein denkbar schlechtes Zeichen...

Benehmen Sie sich

Das eigene Verhalten während des Praktikums ist ausschlaggebend dafür, ob Ihr Vorgesetzter über eine spätere Anstellung nachdenkt. Die gewissenhafte Arbeit gehört genauso dazu wie die Bereitschaft, Fragen zu stellen (bitte nicht jeden Tag die gleiche!). Interessieren Sie sich für die internen Abläufe. Erledigen Sie Standard-Aufgaben korrekt und mit angemessener Geschwindigkeit.

Höflichkeit, anständige Umgangsformen und passende Kleidung runden Ihren Auftritt ab. Ihr Praktikum ist eine Möglichkeit zur Präsentation. Aber: Stellen Sie nicht sich selbst dar, sondern zeigen Sie, was Sie für das Unternehmen tun können. Im Idealfall bringen Sie greifbare Vorteile, wenn auch in kleinem Umfang.

Netzwerken Sie
Niemand erwartet, dass Sie mit selbstgedruckten Visitenkarten und maßgeschneidertem Nadelstreifanzug die Vorstandsetage belagern. Wäre auch nicht besonders sinnvoll.

Geben Sie sich vielmehr natürlich, freundlich und offen. Interesse für Ihre Kollegen und deren Anliegen bringen Sie weit. Reden Sie mit den Menschen um sich herum. Verstecken Sie sich nicht, sondern sprechen Sie über Ihre Arbeit und Ihre Erfolge. Agieren Sie selbstsicher und professionell. Und: vernetzen Sie sich auch mit anderen Praktikanten. Sie bieten Einblick in andere Abteilungen und Abläufe.

Setzen Sie sich Entwicklungs-Ziele
Es mag abgelutscht klingen. Doch wie wollen Sie weiterkommen, wenn Sie nicht wissen, wohin die Reise führen soll? Kleine Ziele und Lernerfolge bringen Sie voran. Beispielsweise: „Nach den ersten zwei Wochen möchte ich wiederkehrende Standardaufgaben selbst beherrschen und meinem Kollegen abnehmen können.“ Größere Aufgaben werden Ihnen nur übertragen, wenn Sie die Grundlagen beherrschen.

Tun Sie mehr, als Sie tun müssten

Zeigen Sie Bereitschaft, auch einmal mehr zu tun als Sie vertraglich müssten. Wer jeden Tag um 17 Uhr aufspringt, ein schallendes „Feierabeeend!“ durch die Gänge ruft und davonrennt, wirkt nicht besonders engagiert. Das heißt nicht, dass Sie hunderte Überstunden ansammeln sollen. Der Mittelweg ist das Ziel.

Bleiben Sie in Verbindung
Das Praktikum ist zu Ende. Sie haben einen guten Eindruck hinterlassen, vielleicht wurden Sie für Ihre Arbeit gelobt. Tauschen Sie Kontaktdaten aus und bleiben Sie in Kontakt mit Ihren Kollegen, Vorgesetzten und anderen Praktikanten. Wer sich nie blicken lässt und erst Jahre später wieder anruft, um sofort nach einer Fixanstellung zu fragen, wird meist enttäuscht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

AnmeldenAnmelden
DiePresse.com