Brainstorming: Neun Lieblingsfehler, die auch Sie begehen

26.06.2015 | 09:47 |  Alexander Eriksröd (DiePresse.com)

Oft gemacht, nie bedacht. Wie Sie mehr aus Ihren Brainstorming-Sessions machen.

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Jeder kennt es, keiner praktiziert es (richtig). Die Methode zur kreativen Ideenfindung ist nicht neu. Die häufigsten Fehler, die dabei gemacht werden, auch nicht.

Sie setzen den Rahmen zu eng
„Lasst uns kreative [sic!] Ansätze finden, unser Produkt in Asien erfolgreicher zu machen. Die Ideen dürfen nichts kosten, müssen schnelle Ergebnisse bringen, realistisch und einfach einzuführen sein!“

Zu viele Einschränkungen verhindern einen offenen, kreativen Denkprozess. Heben Sie diese Anforderungen für später auf. Oder lassen Sie das Brainstorming gleich bleiben.

Sie laden nur Menschen wie sich selbst ein
Brainstorming lebt von den Teilnehmern. Je unterschiedlicher sie in Bezug auf beruflichen Hintergrund, Ausbildung, Alter, Geschlecht und Perspektive sind, desto unterschiedlicher die Ideen.

Sie bewerten/kritisieren sofort
Wer die Qualität der eingebrachten Gedanken auf der Stelle evaluiert oder gar kritisiert, verhindert einen offenen Gedankenaustausch und hemmt die anderen.

Sie eröffnen die Runde
Natürlich darf und soll auch der Vorgesetzte mitwirken. Oft ist es aber hilfreich, wenn Sie als Chef mit Ihren Gedanken warten und sich hinten anstellen. Probieren Sie auch, erst nach einer gewissen Zeit (z.B. nach 20 Minuten) zur Gruppe dazuzustoßen. Viele Menschen brauchen einen gewissen Freiraum, um sich zu überwinden und ihre Ideen einzubringen.

Sie spinnen die Ideen nicht weiter
Brainstorming ist kein Wettbewerb um die beste Idee. Jemand bringt einen Gedanken ein, andere spinnen ihn weiter, konkretisieren und verbessern ihn. Das ist Sinn der Sache.

Sie formulieren jede Idee detailliert aus
Notieren Sie alle Ideen in Stichwörtern oder mit (möglichst einfachen) Bildern oder Illustrationen. Die genaue Beschreibung können Sie nach dem Brainstorming erledigen.

Sie sind ein Pedant
Brainstorming ist nicht der richtige Ort, um die Rechtschreibung, den Ausdruck oder die (fehlende) Kreativität Ihres Teams zu kritisieren. Sie hemmen die Runde.

Sie reden wild durcheinander
Wilde Ideen sind gewünscht. Wildes Herumschreien weniger. Eine Idee nach der anderen, bitte.

Sie setzen kein Zeitlimit
Setzen Sie ein klares Ziel à la „30 Ideen in zehn Minuten“. Das ist das einzige Limit, das beim Brainstorming unerlässlich ist. So finden Sie nicht nur neue Ideen, sondern verhindern währenddessen auch Langeweile und Unmotiviertheit.

@AlexEriksroed

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