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Unheilvolle Initiativbewerbungen

10.05.2014 | 15:06 |  Alexander Eriksröd (DiePresse.com)

"… Hiermit möchte ich mich um eine Stelle im kaufmännischen Bereich Ihres Hauses bewerben, da mir telefonisch gesagt wurde, dass Sie eventuell jemanden suchen. Anbei erhalten Sie meine Unterlagen...“

Stolpern Sie nicht blindlings in die Blindbewerbung. Wie Sie mit einer zielgerichteten Initiativbewerbung punkten und was besonders zu beachten ist, erfahren Sie hier.

Der grundlegende Unterschied zur Standardbewerbung liegt darin, dass die Stelle, um die Sie sich bewerben, nicht ausgeschrieben ist. Sie haben folglich weniger direkte Konkurrenten. Gleichzeitig ist nicht klar, ob überhaupt Verwendung für Sie besteht. Das größte Manko ist somit zugleich Ihre größte Chance.

Indem Sie sich für die Initiativbewerbung entscheiden, gehen Sie den Weg, der mit den wenigsten Informationen gepflastert ist. Ihre Chance liegt also einzig und allein darin, Ihre persönlichen Ziele und Fähigkeiten überzeugend darzustellen.

Seien Sie vorbereitet!
Wie bei jeder Bewerbung gilt: exzellente Vorbereitung ist die halbe Miete. Finden Sie heraus, an wen Ihr Schreiben zu richten ist. Sprechen Sie die Verantwortlichen direkt an! E-Mails an  info@xyz.net verschwinden leicht in den Weiten des World Wide Web.

Überprüfen Sie auch, ob das Unternehmen Ihrer Wahl Initiativbewerbungen annimmt. Wenn die Homepage anderes verlautbart, wird man Ihr Schreiben kaum goutieren.

Eine Initiativbewerbung unterscheidet sich formal nicht von einer Bewerbung für eine ausgeschriebene Stelle. Auch sie ist nur mit einnehmendem Anschreiben, aktuellem und perfekt formatiertem Lebenslauf und relevanten Zeugnissen und Referenzen komplett.

Tipps für die Initiativbewerbung

  • Vermeiden Sie das Wort Initiativbewerbung im Betreff. Der Personalverantwortliche merkt ohnehin, dass Sie sich auf keine konkrete Stelle beziehen.
  • Fallen Sie mit der Tür ins Haus. Zählen Sie gleich zu Anfangs auf, was Sie gerade tun, was Sie erreicht haben und warum Sie ein produktiver Mitarbeiter wären. Ist der erste Satz Ihrer Bewerbung nicht ansprechend, landet sie im Papierkorb.
  • Seien Sie konkret. Allgemein gehalten ist gut gemeint, aber nicht sinnvoll. Benennen Sie genau den Job, den Sie sich vorstellen und was gerade Sie dafür auszeichnet. Nennen Sie die Schwerpunkte Ihrer Ausbildung und/oder Ihrer bisherigen beruflichen Tätigkeit. Leere Phrasen sind unerwünscht.
  • Treten Sie zeitgemäß auf. Niemand verbleibt mehr mit vorzüglicher Hochachtung. Es sei denn, Sie schreiben an den Bundespräsidenten.
  • „Ich könnte mir gut vorstellen, Sie zu unterstützen…" Möchten Sie sich bewerben oder bewerben Sie sich? Eben. Sie bewerben sich aktiv und beweisen dabei Ihre Proaktivität. Schwache Wörter wie „eventuell“ oder Konjunktive haben in Bewerbungen nichts zu suchen. Sie brauchen auch nicht gesondert darauf aufmerksam zu machen, dass Sie „Unterlagen“ übermitteln. Stellen Sie in aller Kürze dar, was der Personalverantwortliche darin findet.


Seien Sie geduldig!
Niemand wartet gern auf Antworten. Gerade bei Bewerbungen gilt aber: Geduld zahlt sich aus! Rufen Sie nicht am Tag nach Ihrer Bewerbung an um nachzufragen wann denn endlich mit einer Entscheidung zu rechnen sei. Man hat Ihr Schreiben oft noch nicht einmal gelesen.

Warten Sie zwei bis drei Wochen. Wenn Sie nach dieser Zeit kein Lebenszeichen erhalten haben, rufen Sie an. Fragen Sie, ob Sie mit zusätzlichen Dokumenten die Arbeit erleichtern und Ihre Bewerbung unterstützen können. So haben Sie einen Vorwand, nach dem Status Ihrer Bewerbung zu fragen.

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